FOSSGIS als Branchentreff weiter etabliert

Die jährlich stattfindende Konferenz für freie Geoinformationssysteme FOSSGIS hat sich im Lauf der letzten Jahre zu einer der wichtigsten Veranstaltungen für innovative Geoinformatik im deutschsprachigen Raum entwickelt.
Die diesjährige FOSSGIS 2008 fand vom 1. bis 3. April in Freiburg statt. Die mehr als 400 Teilnehmer kamen hauptsächlich aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, aber auch aus weiteren europäischen Ländern sowie aus Brasilien.
FOSSGIS 2008

Im Verlauf der dreitägigen Konferenz berichteten Anwender und Entwickler über technologische Neuerungen, innovative Projektlösungen und Weiterentwicklungen in der GI-Branche. Nach einem einführenden Vortrag von Markus Neteler von der Open Source Geospatial Foundation (OSGeo) berichteten Rüdiger Czieschla, Leiter der IT-Abteilung der Stadt Freiburg, und Daniela Hogrebe, Koordinatorin der Freiburger Geodateninfrastruktur (GDI), über den Prozess der Migration einer kommunalen Verwaltung auf offene Standards. Insbesondere der Aufbau einer GDI zur Förderung der Interoperabilität zwischen den verschiedenen Nutzern von Geodaten innerhalb und außerhalb der Verwaltung war das Thema dieses Vortrages.

Inhaltlich behandelten die Vorträge u.a. nationale und internationale Erfahrungs- und Anwenderberichte zu Geodateninfrastrukturen, Geoportale, Metadatenverwaltung, Routing sowie mobile Geo-Anwendungen. Weitere Themen waren Desktop-GIS, verteilte Sensornetzwerke sowie Geschäftsmodelle mit Open Source Software. An den drei Tagen der Konferenz folgten insgesamt 44 Vorträge sowie mehrere kostenpflichtige Hands-On-Workshops rund um Freie GIS-Software.

In einem der Vorträge wurde das openNAS Projekt vorgestellt, eine Erweiterung der Open Source Bibliothek GDAL/OGR für den Zugriff auf Daten des Amtlichen Liegenschaftskataster-Informationssystems (ALKIS®). Das Projekt wurde gemeinsam mit Projektpartnern aus freier Wirtschaft und öffentlicher Verwaltung von der WhereGroup ins Leben gerufen. Mittels openNAS lassen sich die Daten aus ALKIS®, ATKIS® und AFIS® mit einer Vielzahl von Software nutzen, unter anderem MapServer, GeoServer, gvSIG und Quantum GIS.

Die WhereGroup war weiterhin mit mehreren Workshops und Vorträgen vertreten. So wurde u.a. der touristische Routenplaner des Landes Rheinland-Pfalz vorgestellt und die neue Version der Geoportal-Software Mapbender präsentiert. Im Rahmen der Konferenz fand auch ein Anwendertreffen des OSGeo-Projekts Mapbender statt, bei dem zahlreiche Teilnehmer über die Ausrichtung und weitere Entwicklung der Geoportal-Software diskutierten. Im Anschluss an die FOSSGIS wurde der Mapbender Development Sprint für Entwickler durchgeführt, bei dem u.a. eine experimentelle OpenLayers Integration implementiert wurde.

Fachgespräche waren auch an den Abenden nicht völlig zu vermeiden. Auf der sehr gut besuchten Abendveranstaltung am Dienstag wurden die Gespräche des ersten Konferenztages in lockerer Atmosphäre bei bester Verpflegung und Musik fortgesetzt und vertieft. In der Diskussionsrunde "Nutzung von OpenStreetMap-Daten in GIS-Projekten" am Mittwoch Abend konnten zahlreiche Schnittstellen zwischen GIS und dem OpenStreetMap-Projekt angesprochen und u.a. auch rechtliche Fragen diskutiert werden.

Insgesamt bot sich den Teilnehmern der Konferenz ein breit angelegtes Programm an Produktvorstellungen, technologischen Neuerungen und Praxisbeispielen, der Kontakt zu vielen Unternehmen der Branche und, nicht zuletzt, die Gelegenheit zum fachlichen Austausch mit zahlreichen internationalen Experten.

Die FOSSGIS wurde von einem Organisationsteam aus OSGeo und GRASS Anwender-Vereinigung veranstaltet. Die Vorträge der FOSSGIS 2008 stehen auf der Webseite der Konferenz zum Download zur Verfügung.

Auch der Tagungsband der alle Vorträge enthält steht als freier Download bereit.

Die nächste FOSSGIS wird im Frühjahr 2009 stattfinden, nähere Informationen dazu finden sich in Kürze auf der Homepage der FOSSGIS.

Meldung vom: 
13. Mai 2008 - 14:26

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