Geschäftsmodelle mit Freier Software

Freie Software und Open Source sind nicht das Gegenteil von "kommerziell". Aus ökonomischer Sicht handelt es sich bei der Open Source Praxis und Free Software Lizenzen um die Weiterentwicklung bewährter kommerzieller Geschäftsmodelle, die jedoch auf die speziellen Merkmale von Software eingehen. In einem Vortrag auf der FOSSGIS Konferenz 2008 werden einige der Hintergründe in einem Foliensatz erläutert (zum Herunterladen als OpenOffice odp oder pdf). Bitte wenden Sie sich an den Autor, falls Sie Fragen haben, da ein Foliensatz Inhalte nur unvollkommen wiedergeben kann.

Kommerzielle Leistungen rund um Freie Software Konzepte gliedern sich in die folgenden Bereiche:

Beratung

Gute Beratung beruht auf Erfahrung und genauer Kenntnis des Marktes und der Technik. Beratung sollte alle Stufen der Planung umfassen, von Bedarfsanalysen über Machbarkeitsstudien bis zu Konzepten mit unterschiedlichem Detailgrad. Dafür ist eine hohe Qualifikation erforderlich, die entsprechend vergütet wird.

Die Beratungsleistung mancher Unternehmen erstreckt sich dabei nicht nur auf Software-Endanwender, sondern auch auf Unternehmen, die selbst Open Source Geschäftsmodelle aufbauen wollen.

Installation

Die Installation von Software ist normalerweise unproblematisch, wird mit zunehmender Komplexität der Umgebung allerdings umfangreicher. Die Arbeiten können sich auf einzelne Komponenten beziehen, die Aktualisierung bestehender Systeme, Einspielen von Fehlerbehebungen (Patches), oder die Vollinstallation einer gesamten Infrastruktur.

Der gesamte Installationsprozess sollte dabei stets gründlich dokumentiert werden, um eine möglichst effiziente Übergabe an andere Bearbeiter zu ermöglichen. Auch diese Dienstleistungen werden von kommerziellen Unternehmen angeboten.

Schulung

Freie Software erfordert Know-How, deshalb werden Schulungen als kommerzielle Dienstleitung angeboten, darin unterscheiden sich Freie Software Geschäftsmodelle nicht von proprietären Vorläufern. Neben reinen Softwareschulungen werden oft auch Workshops angeboten, um IT-Entscheider auf dem aktuellen Wissensstand zu halten, diese Art der Schulung geht nahtlos in den Bereich Beratung über.

Für die Schulungen werden Unterlagen benötigt, die teilweise bereits in kollaborativen Prozessen erstellt werden, so wie Freie Software. Manche Unternehmen bieten Schulungen mit diesen Materialien an und leiten einen Teil der Einnahmen an die Gemeinschaft zurück. Weil diese Gemeinschaft nicht gewerblich organisiert ist, kann eine gemeinnützige Organisation einspringen.

Support und Wartung

Support beinhaltet meist Fehlersuche (troubleshooting), Fehlerbehebung, kleinere Entwicklungsleistungen und das Einspielen von Korrekturen (patches). Meist erfolgt Support per email oder Telefon. Supportanbieter für Freie Software definieren sich meist ausschließlich über ihr Know-How, nicht über Herstellerzertifizierungen o.ä.

Entwicklung neuer Funktionen (Programmierung)

Um spezielle Probleme zu lösen kann die Entwicklung neuer bzw. der Ausbau bestehender Komponenten beauftragt werden. Je nach Lizenztyp und Projektsteuerung kann die Lösung Bestandteil der Basis-Software werden und in die Code-Verwaltung einfließen. Dies wird im Sinne einer nachhaltigen Investition auch empfohlen. Programmierleistung kann in den meisten Fällen von jedem Entwickler erbracht werden und ist nicht an bestimmte Dienstleister gebunden.

In seltenen Fällen kann auch ein Teil der Infrastrukturkosten des Betriebs eines Open Source Projektes über direktes Sponsoring finanziert werden, das gilt jedoch meist nur für reifere Projekte, die bereits eine breite Nutzerbasis haben. Um diese Leistungen zu koordinieren springen auch wieder Freie Software Organisationen ein.

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