Stadtpläne im Internet entwickeln sich zunehmend von einfachen Kartendiensten hin zu kommunalen Informationsplattformen für Tourismus, Wirtschaft und Freizeit. Sie bieten Zugriff auf eine Vielzahl von Informationen und bereiten diese intuitiv in interaktiven Karten auf. Moderne Webtechnologien und internationale Geodatenstandards ermöglichen die Verknüpfung von Fachdaten der Verwaltung mit "einfachen" Hintergrundinformationen wie Luftbildern, Straßenkarten oder historischen Plänen. Bodenrichtwerten, freie Gewerbeflächen oder soziale Einrichtungen lassen sich ebenso darstellen wie die Strecke des nächsten Stadtlaufs oder die Stände des Weihnachtsmarkts inklusive Verknüpfung zur Webseite der Anbieter.
Solchen leistungsstarken Anwendungen liegt eine kommunale Geodateninfrastruktur (GDI) zugrunde, deren Kern die verschiedenen Standards des Open Geospatial Consortium (OGC) sind. Sie ermöglichen die Verknüpfung der verteilten Datenbestände der einzelnen Fachbehörden und die Anbindung externer Kartendienste, beispielsweise der benachbarten Stadt oder einer landesweiten GDI.
Anbieter wie Google, Yahoo & Co. haben in Sachen "look and feel" und Bedienbarkeit neue Maßstäbe gesetzt. Ihnen fehlt aber die Informationstiefe der Geoportale großer Geodateninfrastrukturen wie dem GeoPortal Rheinland-Pfalz. Die Kombination dieser Ansätze ist eine Herausforderung bei der Erstellung moderner Stadtplandienste und bietet Städten und Kommunen die Chance, eine informative und ansprechende Plattform für ihre Präsentation zu nutzen.
Freie Software bietet die ideale Grundlage für den Aufbau solcher Stadtplan-Portale. Durch ihre Flexibilität und die Möglichkeit zur einfachen Anpassung und Erweiterung ermöglicht sie die Installation skalierbarer Systeme und beschneiden die Einsatzmöglichkeiten nicht durch ungeeignete Lizenzbestimmungen oder undurchschaubare Preisstrukturen.
Damit Sie die neuesten Entwicklungen nicht verpassen, laden wir Sie herzlich zu unserer Informationsveranstaltung "Infodrehscheibe Stadtplan-Portale" ein.
Programm
09:00 Veranstaltungsbeginn
Informelle Gespräche, Ausstellung und Beratung bei Kaffee und gekühlten Getränken. Der offene Beginn wurde gewählt, um einerseits Teilnehmern mit weiteren Anreisewegen keinen allzu frühen Start zumuten zu müssen und andererseits, um der Veranstaltungsform "Kaffeepause", die nach allgemeiner Meinung nach zu den informativsten gehört ein entsprechendes Forum zu gewähren. Des weiteren lässt es eine bessere Planung zu, da die folgenden Veranstaltungsblöcke zeitgenau beginnen können.
09:45 Begrüßung
Herr Brassat (WhereGroup) spricht zum Empfang und stellt die WhereGroup vor. Des weiteren erläutert er in Kürze das Veranstaltungsprogramm (Infoveranstaltungen, Schulungen) der WhereGroup.
10:00 Stadtplan-Portale im Spannungsfeld von Google, Vahoo & Co.
Kaum eine Software hat die Internetnutzer in den letzten zwei Jahren mehr in den Bann gezogen als die Earth-Viewer. Diese stellen in zunehmenden Maß auch ein breites Spektrum lokaler Informationen zur Verfügung. Welche Strategien sichern zukünftig die regionale Relevanz von kommunalen GeoPortalen bei Bürgern und Wirtschaft? Wie erhöht man den Wohlfühlfaktor und die Außenwahrnehmung der Portale und sollte man eigene Geodaten als Overlay für Google Earth & Co. anbieten?
Herr Stamm (WhereGroup) zeigt in diesem Vortrag die Unterschiede zwischen Earth-Viewern, einfachen Rasterkartendiensten und leistungsstarken Geoportalen auf. Als Schwerpunkt arbeitet er die Faktoren Außenwahrnehmung und Relevanz, regionale Identität sowie Gebrauchstauglichkeit und "Wohlfühlfaktor" als Kriterien für die erfolgreiche Positionierung eines kommunalen GeoPortals heraus.
10:30 Präsentation von Beispielen I: Geoportal der Stadt RostockDie Hansestadt Rostock betreibt seit vielen Jahren eine kommunale Geodateninfrastruktur mit einem
Stadtplan-Portal auf Basis Freier Software. Neben einem festen Angebot an Fachthemen in Form eines Stadtplans auf der Internetseite "www.rostock.de" mit einem klassischen Funktionsumfang wie Adress- und Stichwortsuche, hochqualitativem, maßstabsgetreuen Druck oder Treffpunktfunktion lassen sich saison- und eventabhängige Kartenanwendungen generieren. Beispiele dafür sind der
Austausch von tagesaktuellen Standorten wie Straßenbaustellen zwischen dem WebGIS und Google Earth über das Format KML oder der einfache Aufbau eines WebGIS für die HanseSail mit live-tracking der Regattateilnehmer.
11:00 Pause
11:15 Präsentation von Beispielen II: Der Stadtplan der Stadt Mainz und das GeoPortal.rlpDie geographischen Daten der
Stadt Mainz werden seit dem November 2005 im Stadtplan-Portal der Bevölkerung im Internet präsentiert. Die geografischen Daten im Portal visualisieren die Grundlagendaten in Form von Übersichtskarten (z.B. Stadtplan, Kataster, Luftbilder) und unterlegen sie mit Informationen. Darüber hinaus werden Fachdaten aus den Bereichen Umwelt (z.B. Lärmdaten, Mobilfunk,Thermalkartierung), Planen, Bauen, Wohnen (z.B. Flächennutzungs- plan, Bebauungspläne) sowie Verkehr (Behindertenparkplätze, Parkhäuser) dar. Im Einzelnen liegen also zum Beispiel Daten zum Bodenrichtwert, zur Biotopkartierung, zum Strassenverkehrslärm oder zu Fahrradparkplätzen vor. Das Stadtplan-Portal erfüllt damit eine Schnittstellenfunktion zwischen den einzelnen Ämter sowie den Bürgern und unterstützt maßgeblich die Planungs- und Entscheidungsprozesse in einer Stadt.
11:45 Einbinden von Stadtplänen in eine überregionale GeodateninfrastrukturIn der Geodateninfrastruktur des Landes Rheinland-Pfalz (GDI-RLP) übernimmt das
GeoPortal.rlp die zentrale Aufgabe als service- orientierte Vermittlungsstelle zwischen den Nutzern und den Anbietern von Geodaten. Das System ermöglicht den verteilten Zugriff auf die Geodaten des Landes (beispielsweise auf die Daten der Stadt Mainz). Die Daten werden also dort vorgehalten, wo sie auch erstellt und gepflegt werden, es werden keine Datensätze verschoben oder kopiert. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass die Sicherheit von dem jeweiligen Betreiber der Datendienste gewährleistet wird.
Die GDI-RLP ist eingebettet in die bundesweite Geodateninfrastruktur
GDI-DE und folgt den Vorgaben der INSPIRE-Richtlinie. An den Grenzen zum Bundesland Nordrhein-Westfalen können die Geodaten von Rheinland Pfalz nahtlos mit Daten aus der GDI-NRW kombiniert werden.
INSPIRE (Infrastructure for Spatial Information in Europe) steht als Kürzel für die europäische Richtlinie zur Schaffung einer Geodateninfrastruktur in der Gemeinschaft mit dem Ziel der grenzübergreifenden Nutzung von Daten in Europa. Geodaten des Bundes, der Länder, aber auch der Kommunen sollen nach den Vorgaben von INSPIRE interoperabel verfügbar sein. Das grundlegende Prinzip von INSPIRE basiert auf zentralen Strukturen und dezentralen Daten. Konkret bedeutet dies, dass die Datensätze „on demand“ von den fachlichen Stellen also dezentral bereit gestellt werden sollen.
Frau Trakas (WhereGroup) stellt die verschiedenen überregionalen GDI-Initiativen und ihre Strukturen vor und erläutert die Einbindung kommunaler Geoinformationssysteme in diese Netzwerke.
12:30 Mittagspause
13:45 Aufbau einer kommunalen GDI mit Freier Software
In diesem Vortrag von Herr Christl und Herr Knopp (WhereGroup) stehen die technischen und organisatorischen Aspekte beim Aufbau einer Geodateninfrastruktur im Vordergrund.
Zunächst wird der schematische Aufbau einer OGC-konformen GDI sowie eines GeoPortals erläutert und für die Implementierung geeignete Freie Software vorgestellt. Performance, Ausfallsicherheit und geeignete Werkzeuge für Authentisierung und Zugriffsschutz werden ebenso angesprochen wie einbindbare Datenquellen, -formate und -dienste.
Beim Aufbau verteilter Architekturen mit Einbindung einer Vielzahl von Akteuren spielen organisatorische Aufgaben eine entscheidende Rolle. Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten müssen definiert und dezidiert umgesetzt werden. Um die redundanzfreie Haltung richtiger und aktueller Daten zu gewährleisten ist die Einrichtung eines Rechte- und Rollenkonzept unumgänglich. Ein Metadaten- informationssystem ist zur Pflege und Strukturierung der Daten unumgänglich - aber wer legt die Metadaten an?
Der Vortrag macht Vorschläge zur Organisation einer kommunalen GDI sowie zur Anbindung eines Stadtplan-Portals. Außerdem weist er auf potentielle Probleme und Schwierigkeiten hin und gibt Lösungs- vorschläge.
Als Abschluss werden konkrete Anwendungbeispiele wie Werkzeuge zur NKF-Erhebung, Straßen- und Spielplatzkataster oder ZVAut-konformer Darstellung von ALK-Daten präsentiert. Einen Ausblick auf ALKIS und eine freie ALKIS-Schnittstelle mit PostGIS schließt den Vortrag.
15:20 Open Source Software und internationale StandardsHerr Christl (WhereGroup) erläutert die Grundbegriffe von Open Source sowie Freier Software und wird Ihnen die Möglichkeit zur Errichtung webbasierter Informationssysteme vorstellen. Die Schwerpunkte liegen zum einen auf der möglichen Verknüpfung von Sach- und Rauminformationen. Außerdem wird die Notwendigkeit zur Einhaltung offener Standards und Schnittstellen hervorgehoben, um eine system- und plattformunabhängige Geodateninfrastruktur aufzubauen.
Internationale Organisationen wie Open Geospatial Consortium (
OGC), International Organization for Standardization (
ISO) und seit einiger Zeit auch die Open Source Geospatial Foundation (
OSGeo) besitzen maßgeblichen Einfluss auf die Entwicklung der Geodatenverarbeitung. Aber wer besitzt eigentlich Einfluss auf diese Organisationen? Welche Interessen vertreten sie, wer definiert deren Ausrichtung und welche Auswirkungen haben Entscheidungen dieser Gremien auf die alltägliche Arbeit der Geoabteilungen in einer deutschen Kommune oder einem Unternehmen?
In diesem Vortrag werden exemplarisch die beiden internationalen Organisationen OSGeo und OGC vorgestellt. Neben Herkunft und Arbeitsweise erläutert Herr Christl auch die Einflussmöglichkeiten, die Ihnen als Kunden der Geobranche offenstehen. Außerdem bekommen sie einen Überblick über die
standardisierten Dienste WMS, WFS, Gazetteers, WMC und die Simple Feature Spezifikationen. Darüber hinaus erhalten Sie die neuesten Informationen vom OGC Meeting Mitte Dezember 2007 in Stresa (Italien).
Der Blick auf das Geschäftsmodell von Open Source Dienstleistern rundet den Vortrag ab.
16:00 Abschlussdiskussion
Die Erfahrung hat gezeigt, dass während der Veranstaltung Fragen auftreten, die sich nicht immer direkt beantworten lassen. Das Ende der Veranstaltung ist daher offen gehalten, um Raum für diese Fragen zu lassen und vertiefte Diskussion in kleineren Gruppen zu ermöglichen.
Die WhereGroup schließt die Tore um 18 Uhr 00.
Rückfragen
Torsten Brassat
E-Mail: torsten.brassat@wheregroup.com
Tel.: +49-(0)228-909038-12
Termin: Donnerstag, 06. März 2008
Veranstaltungsort: WhereGroup, Siemensstr. 8, 53121 Bonn (
Anreise)
Zielgruppe: Entscheider aus Behörden und öffentlichen Verwaltungen im GI-Bereich und alle Interessierte
Kosten: €199,- pro Person zzgl. gesetzl. MwSt.
Unsere Informationsveranstaltungen können Sie per
Mail oder per
Fax buchen.
Hier finden Sie unsere
Teilnahmebedingungen und allgemeine Hinweise zu unseren Veranstaltungen.