Eine Rheinland-Pfalz-Reise per Internet, mit Luftbildern und zahlreichen Gebietsangaben: Das ermöglicht ein neues Internetangebot des Landes, das der Rheinland-Pfälzische Innenminister Karl Peter Bruch Anfang Januar in Mainz offiziell in Betrieb genommen hat. Das Portal macht die raumbezogene Daten des Landes übersichtlich und kompakt zugänglich - vollständig auf Open Source Basis.

Unter www.geoportal.rlp.de kann nun jeder im Netz zahlreiche Informationen zu allen Landesteilen abrufen - etwa zum Straßennetz, Grundstückspreisen, Naturschutzauflagen oder Bebauungsplänen. Außerdem werden z.B. Luftbilder, Verbotsstrecken für Gefahrguttransporte, Wanderwege und Bodenrichtwerte bereit gestellt. Dafür sind rund 70 verschiedene raumbezogene Datenbestände von rund 20 Ämtern in einem Portal zusammengefasst worden.
"Wir hatten ein gewaltiges Potenzial an Daten und an Geoinformationen, die über Jahrzehnte aufgenommen worden sind und bereitstanden", sagt Arnulf Christl, einer der Geschäftsführer des Bonner Unternehmens WhereGroup. Diese mussten allerdings ein "kümmerliches Dasein" in den Kellern der Verwaltungen fristen - "weil sie überhaupt nicht vernetzt waren". Genau dies wird nun mit Hilfe des Internets möglich. Das gesamte Projekt basiert vollständig auf Open Source Technologie. Sowohl die Datenbanken PostgreSQL und MySQL, als auch das Content Management System Typo3 und die GIS-Komponenten Mapbender, MapServer und GeoServer haben sich weltweit im professionellen Einsatz bestens bewährt. Die Vernetzung der Geodaten basiert auf der konsequenten Anwendung der internationalen Standards des Open Geospatial Consortium (OGC).
Das Projekt wurde von einem Konsortium aus drei Dienst- leistern realisiert: Dem Bonner Open Source GIS- Lösungshaus WhereGroup GmbH & Co. KG (WebGIS- Komponente und Gesamtprojektleitung), dem Internetspezialisten Q4U GmbH aus Overath (Content Manage- ment und Design) und dem SAG-Geschäftsbereich CeGIT (Center für GeoInformations- Technologie) aus Dortmund (Integration der verschiedenen Plattformen und Technologien/ WebGIS).
„Das Besondere an diesem Portal ist die Integration von Geodaten in das Content Management System Typo3 unter Beachtung der Barrierefreiheit. Die Suche als zentrales Instrument erlaubt es sowohl innerhalb des Portals als auch in den Geodatenbeständen zu suchen. „Der Anwender erfährt nichts von der hohen Komplexität der Anwendung", berichtet Thomas Zumtobel, Geschäftsführer der Q4U.
Das Portal besteht bereits seit September 2005. Es ist Teil des deutschlandweiten Projekts Geodateninfrastruktur Deutschland. Dessen Ziel ist es, die in der Verwaltung und der Wirtschaft vorliegenden Geoinformationen durch eine länderübergreifende Vernetzung von Internetdiensten öffentlich verfügbar zu machen. Zufrieden zeigen sich auch alle drei Projektleiter der Dienstleister über die erfolgreiche Zusammenarbeit.
Björn Heuser, Projektleiter WebGIS bei der CeGIT der SAG GmbH freut sich über die gelungene Teamarbeit: „Die vorherigen erfolgreichen Projekte, die wir bereits mit unserem Partner CCGIS, jetzt WhereGroup, abgewickelt haben, wurden nun durch Q4U ausgezeichnet ergänzt - die Zusammenarbeit wird in Zukunft ausgebaut."
Neuerungen für Mapbender
Im Rahmen dieses Projektes wurden einige generische Module implementiert:
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