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Desktop GIS

Desktop GIS Software ermöglicht es professionellen Anwendern, Geodatenverarbeitung zu betreiben. Grundlage für die Verbreitung von Desktop GIS war in den 80ern und 90ern die immer breitere allgemeine Verfügbarkeit des PC (Personal Computer). Die meisten Desktop GIS verfügten bald über große Funktionsvielfalt. Im Laufe der Jahre wurde das Desktop GIS zum Synonym für Geodatenverarbeitung. Die zwingende lokale Installation erforderte allerdings sehr leistungsfähige Hardware und stellte hohe Anforderungen an die Administration und Sicherung der Systeme. Die GIS-Abteilung entwickelte sich oft zu einer zweiten EDV-Abteilung im Haus.


Aktueller Stand der Entwicklung

Derzeit gibt es ca. 20 Desktop GIS Entwicklungen im Open Source Bereich, die alle mehr oder weniger stark auf einen bestimmten Einsatzzweck hin optimiert sind. Die Entwicklungen werden in allen Programmiersprachen implementiert, vor allem in Java und C++ aber zunehmend auch in Python und anderen Sprachen. Dienstbasierte Architekturen und standardisierte Schnittstellen ergänzen die Einsatzgebiete erheblich.
Es gilt weiterhin, dass Desktop GIS Software nicht an einem Tag zu erlernen ist, und die Funktionsvielfalt erst nach und nach in Wert gesetzt werden kann. Hier eine kleine Auswahl der gängigen Produkte.

gvSIG

gvSIG ist ein leistungsstarkes, auf Java basierendes Open Source Desktop GIS, das auch als Client für GDIs konzipiert wurde. Es unterstützt sowohl die OGC Standards OGC WMS, OGC WFS, OGC WCS und Catalog Services als auch proprietäre Dienste und Software. gvSIG ermöglicht sowohl die herkömmliche Analyse und Editieren von Geodaten als auch das Plotten und den Export von Karten in verschiedenen Größen und Formaten über eine benutzerfreundliche Oberfläche.
Des weiteren bietet gvSIG alle gebräuchlichen räumlichen Funktionen und unterstützt zahlreiche Vektor- und Raster-Formate. Georeferenzierung, Berechnung von Flächen, Arbeiten mit Tabellen (Verbindungen und Beziehungen), Beschriftungen und viele weiter Funktionen sind implementiert. gvSIG kann sowohl lesend als auch schreibend auf folgende Geodatenbanken zugreifen:
  • PostgreSQL/PostGIS
  • MySQL (mit räumlicher Erweiterung)
  • Oracle Spatial
gvSIG wird unter der GNU General Public License (GPL) bereitgestellt. Es gibt ein gvSIG gvSIG Tutorial in deutscher Sprache, das bei den ersten Schritte mit dem Programm hilft.

Quantum GIS

Quantum GIS (QGIS) ist ein benutzerfreundliches Desktop-GIS, das unter Linux, Unix, MacOS X und Windows betrieben werden kann. Es unterstützt viele Vektor-, Raster- und Datenbankformate sowie die einschlägigen OGC Standards (OGC WMS, OGC WFS, OGC Web Context Documents, etc.). Quantum GIS wird auch als Frontend für die Software GRASS (siehe unten) eingesetzt und profitiert so von dem enormen Funktionsumfang dieser Software.
Quantum GIS wird unter der GNU General Public License (GPL) bereitgestellt.
Quantum GIS ist in C++ implementiert und verfügt über ein Plug-In System mit dem die Software erweitert werden kann. Die QGIS Benutzeroberfläche liegt auch in deutscher Sprache vor. Die Software kann zur Konfiguration von UMN MapServer MAP-Dateien verwendet werden und erleichtert so auch erheblich das Erstellen von OGC WMS-Diensten.

GRASS

Das Geographic Resources Analysis Support System (GRASS) ist das umfassendste, professionell und modular aufgebaute GIS, das unter Linux, Unix, MacOS X und Windows läuft. The Weaving GRASS animated logo Seine Stärken liegen traditionell in der Verarbeitung von Rasterdaten und Modellierung, in den letzten Jahren kamen umfangreiche vektororientierten Funktionen hinzu. Der Funktionsumfang ist enorm, wie bei typischen Unix-Programmen besteht es aus einer Vielzahl von speziellen Hilfsprogrammen, die parametriert aufgerufen werden. GRASS wird unter der GNU General Public License (GPL) bereitgestellt.
Quantum GIS ist eine optimale Ergänzung zu GRASS, da es dessen Hilfsprogramme über eine Oberfläche auch weniger versierten Anwendern zugänglich macht. Die Kombination aus Quantum GIS, GDAL/OGR und GRASS deckt alle nur möglichen Fragestellungen in der räumlichen Datenverarbeitung ab.

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