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Fünf Tage, eine eigene GDI: So war die Sommerschule 2026 der FOSS Academy
Vulkane, Glasfaserleitungen und Ökokontoflächen: Anfang September haben Teilnehmende aus ganz Deutschland in Bonn fünf Tage lang ihre eigene Geodateninfrastruktur mit Open-Source-Software aufgebaut. Ein Rückblick auf eine Woche, die mehr war als eine Schulung.
Montagmorgen auf dem Venusberg in Bonn: Zwölf Notebooks und der Kaffeevollautomat stehen bereit und im Raum sitzen Menschen, die sich alle dieselbe Frage gestellt haben: Wie baue ich eine Geodateninfrastruktur mit Open-Source-Software auf und welche Komponenten brauche ich. Fünf Tage später haben alle eine Antwort. Und eine laufende GDI.
Warum Open Source hier mehr ist als eine Softwarefrage
Wer eine GDI mit Open-Source-Software aufbaut, entscheidet selbst über Daten, Schnittstellen, Weiterentwicklung und Betrieb. Offene Standards und offener Quellcode verhindern Herstellerabhängigkeiten und machen Infrastrukturen flexibel und nachhaltig. Damit ist eine Open-Source-GDI ein wichtiger Baustein Digitaler Souveränität, für Kommunen, Behörden und Unternehmen gleichermaßen.
Genau dazu will die FOSS Academy in ihren Kompaktkursen befähigen: Nach fünf Tagen sind die Teilnehmenden in der Lage, eine eigene GDI selbstständig aufzubauen.
Die Sommerschule „Aufbau von Geodateninfrastrukturen (GDI) mit Open-Source-Software" findet vor Ort statt, im V-Hotel auf dem Venusberg, mit höchstens zwölf Teilnehmenden. Das hat einen Grund: Wer eine komplette GDI verstehen will, braucht Zeit, Ruhe und Menschen, die man jederzeit fragen kann.
Lernen mit denen, die es täglich machen
Geleitet wurde die Woche von Astrid Emde und Jörg Thomsen, die seit vielen Jahren GDI-Projekte mit Open-Source-Software umsetzen und in der OSGeo-Community aktiv sind. Genau das macht den Unterschied: Die Fragen der Teilnehmenden werden nicht mit Standardfloskeln beantwortet, sondern mit Erfahrung aus der Praxis. Außerdem ist die Zusammenarbeit an fünf Tagen intensiv – in Gesprächen beim Mittagessen und beim Abendessen sowie beim Spaziergang durch den nahegelegenen Wald.
Angereist waren die Teilnehmenden aus ganz Deutschland, einige gleich als komplettes Team. Für Organisationen ist das besonders wertvoll: Wer gemeinsam lernt, baut danach auch gemeinsam weiter.
Vom Baukasten zum Gesamtsystem
Die erste Wochenhälfte gehört dem Fundament. Die zentralen Komponenten einer GDI wurden nicht nur vorgestellt, sondern direkt ausprobiert:
- QGIS und QGIS Server
- PostgreSQL/PostGIS
- MapServer und GeoServer
- Mapbender
- OpenLayers und Leaflet
Mindestens so wichtig wie die einzelnen Programme ist die Frage, wie sie zusammenspielen. Welche Komponente übernimmt welche Aufgabe? Welche Software stellt Daten und Dienste bereit, welche verarbeitet sie, welche zeigt sie im Client an? Und wie kommunizieren die Bausteine miteinander?
Die Antwort liegt in den OGC-Standards, wie z. B. WMS, WFS und OGC API – Features. Sie sorgen dafür, dass auch freie und proprietäre Software zusammenarbeiten und einzelne Komponenten ausgetauscht werden können.
Alle Teilnehmenden arbeiteten an eigenen, von der FOSS Academy bereitgestellten, Notebooks, die sie nach Belieben nutzen und um weitere Software ergänzen konnten. Viele kleine Übungen sorgten dafür, dass aus Theorie schnell Routine wurde.
Die eigene GDI: Vulkane, Glasfaser und Ökokonten
Ab der Wochenmitte wurde es konkret. Allein oder im Team bauten die Teilnehmenden ihre eigene GDI auf, mit einem Thema aus ihrem Arbeitsalltag. Die Bandbreite war beeindruckend:
- Vulkane weltweit: eine Karte mit allen erfassten Vulkanen und Informationen zu jedem einzelnen.
- Glasfaserleitungen: Planung und Dokumentation des Breitbandausbaus als Dienst, der sich in bestehende Systeme einbinden lässt.
- Ökokontoflächen: Ausgleichsmaßnahmen übersichtlich auf der Karte und recherchierbar für Verwaltung und Planung.
Manche Projekte legten den Fokus auf eine ansprechende Visualisierung, andere auf eine komfortable Suche oder auf die Erfassung neuer Daten direkt im Browser. Mehrere Teams setzten bereits den neuen Standard OGC API – Features mit QGIS Server und GeoServer um und banden ihn in Mapbender 5 ein.
„Es ist sehr wertvoll, wenn Astrid und Jörg mit auf das eigene Projekt schauen. Ihre Erfahrung hilft enorm bei Stolpersteinen,“ freute sich eine Teilnehmerin.
Zum Abschluss präsentierten alle ihre Ergebnisse und vor allem ihren Lösungsweg. So nahmen alle nicht nur das eigene Projekt mit nach Hause, sondern auch die Ideen der anderen.
Sonne, Wald und ein Stück Bonner Geschichte
Wie so oft meinte es das Wetter gut mit der Sommerschule. Nach intensiven Stunden am Rechner lockte der Wald direkt vor der Tür, zum Spazierengehen, für eine Laufrunde oder einfach zum Durchatmen.
Ein fester Programmpunkt ist traditionell ein Stadtrundgang. Vom Mittelalter über die Zeit als Bundeshauptstadt bis in die Gegenwart zeigte ein Führer Bonn und den Rhein von einer Seite, die viele noch nicht kannten.
Am Freitag war die Stimmung eindeutig: Es war eine ergebnisreiche Schulung, eine Teilnehmerin hätte am liebsten verlängert und viele hätten Lust auf eine „Sommerschule 2.0".
Jetzt die nächste Runde buchen
Fünf Tage reichen, um das Fundament zu legen und eine erste eigene GDI zum Laufen zu bringen. Die nächsten Termine für den Kompaktkurs stehen bereits fest. Pro Kurs gibt es höchstens zwölf Plätze. Die Anmeldung ist ab sofort möglich: foss-academy.com/kompaktkurse
Sie möchten einzelne Themen vertiefen? Im gesamten Schulungsangebot der FOSS Academy finden Sie weitere Kurse rund um QGIS, PostGIS, Mapbender & Co.: foss-academy.com
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