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QGIS-DE Anwendertreffen 2026: Wie der Umstieg auf QGIS gelingt

Wie gelingt der Umstieg auf QGIS – und wie implementiert man dies in einem Unternehmen? Um diese Fragen drehte sich vieles beim QGIS-DE Anwendertreffen am 2. Oktober 2026 in Frankfurt am Main. Gwendolyn Karsch aus unserem QGIS-Team war vor Ort und hat ihre Eindrücke mitgebracht.

Ausgerichtet wurde das Treffen vom QGIS-DE e.V., unterstützt vom Labor für Geoinformation der Frankfurt University of Applied Sciences. Ein Tag voller Praxisberichte, Fachgespräche und neuer Ideen aus der Community.

Viele stehen vor denselben Aufgaben

Wie ein großer Umstieg in der Praxis aussieht, zeigte Volker Zupan von Straßen NRW. Das Unternehmen beschäftigt rund 4.000 Mitarbeitende an Standorten in ganz Nordrhein-Westfalen – und hat ArcMap und MapInfo erfolgreich durch QGIS abgelöst.

Der Schlüssel dazu: gründliche Vorbereitung. Bei Straßen NRW gehörten dazu unter anderem:

  • eine klar definierte GIS-Strategie
  • organisierte Schulungen für die Fachbereiche
  • firmenweite Netzwerktreffen
  • die Entwicklung eigener Plugins

Zupans wichtigste Empfehlung: Das gesammelte Wissen gehört in eine zentrale Wissensbasis auf einem firmeneigenen Server. Sein Leitmotiv dabei lautet digitale Souveränität.

In der anschließenden Diskussion zeigte sich schnell, dass Straßen NRW damit nicht allein ist. Sicherheit, Nutzerrechte und die Akzeptanz von QGIS im Unternehmen beschäftigen viele Teilnehmende ganz ähnlich.

Ansätze aus der Praxis

Am Nachmittag ging es um dieselben Fragen - diesmal aus technischer Sicht. Zwei Vorträge zeigten, wie sich Zugriffe und Rechte im Alltag sauber organisieren lassen.

Zentrale Datenhaltung mit PostGIS: Robert Wilbrand von der A+S GmbH Umwelt Energie stellte vor, wie sein Team Geodaten zentral in PostgreSQL und PostGIS verwaltet. Sensible Daten liegen in einem eigenen Schema, der Expertenmodus ist nur für Admins zugänglich. Wer keine Datenbankkenntnisse hat, trägt Daten bequem über eine eigene Eingabemaske ein.

QGIS trifft Lizmap: Claas Leiner von GKG-Kassel präsentierte eine Vorlage für eine GIS-Umgebung aus QGIS Desktop und Lizmap. Projekte werden in QGIS vorbereitet und über das Lizmap-Plugin im Web veröffentlicht. Sein Beispielprojekt arbeitet mit verschiedenen Benutzergruppen - etwa für unterschiedliche Firmen.

Noch mehr Einsatzmöglichkeiten für QGIS

Wie vielseitig QGIS ist, zeigten auch die weiteren Vorträge des Tages:

  • Verkehrsplanung: ein agentenbasiertes Verkehrsmodell für den Mobilitätsplan der Stadt Aurich (Jonas Call, Mobildenker GmbH)
  • Naturschutz: halbautomatische Kartierung geschützter Lesesteinriegel (Tim Habighorst, FH Erfurt)
  • Bauleitplanung: das XMAS-Plugin für XPlanung (Kai-Uwe Krause, Landesbetrieb Geoinformation und Vermessung Hamburg)
  • Kartografie: gut lesbare Beschriftungen in Webkarten (Mika Blanck, Rhein-Main-Verkehrsverbund GmbH)

Fazit: Technik allein reicht nicht

Das Anwendertreffen hat gezeigt: Wer QGIS einführt und betreibt muss nicht nur technische, sondern auch organisatorische Herausforderungen meistern. Drei Aufgaben ziehen sich durch fast alle Erfahrungsberichte - Wissen bündeln, Rechte regeln und die Nutzenden mitnehmen.

Ein herzliches Dankeschön an das Orga-Team für diesen spannenden und inspirierenden Tag. Wir freuen uns schon auf das nächste Treffen!

Über den Autor

Steckbrief

Gwendolyn Karsch studierte Geographie an der Universität Bonn und schloss ihr Masterstudium im März 2026 ab. Seitdem ist sie als GIS-Spezialistin bei der WhereGroup GmbH in Bonn tätig, wo sie an der Entwicklung von QGIS-Plugins mitwirkt.

Gwendolyn Karsch WhereGroup